Aktion Pipette – ein Chemie-Mitmach-Projekt für Kinder an der GGS Hebbelstraße

 

Unter erschwerten Bedingungen – Corona – Distanzunterricht – Wechselgruppen - wurde in der GGS Hebbelstraße das seit langem geplante „Mitmachprojekt Pipette“ durchgeführt.

 

In dem aufgebauten Labor  - ausgestattet mit einem Arbeitsplatz für jedes Kind - konnten Kinder aller Jahrgangsstufen in Wechselgruppen forschen wie Chemiker,

Experimente durchführen und die chemischen Reaktionen der Stoffe beobachten.

Die Arbeitsplätze waren mit allen Materialien, die zum Experimentieren in 12 Experimenten nötig sind, versehen.

Reagenzgläser wurden gefüllt, es wurde geschüttelt, es wurde geschaut, was die Mischung bewirkt, es wurde gelauscht, was da blubbert und zischt.

 

   

 

Rotkohlwasser verfärbt sich – geheimnisvoll?

Nein, eine chemische Reaktion, die beobachtet, erforscht und gelernt wurde. Das Rotkohlwasser wurde hergestellt, indem ein Rotkohlblatt zerkleinert und mit Wasser bedeckt wurde. Die Flüssigkeiten wurde in 3 Reagenzgläser gefüllt, zu einer Flüssigkeit wurde geriebene Seife, zu einer zweiten Zitronensaft gegeben. Mit Staunen beobachteten die Kinder die Farbveränderungen: in Verbindung mit Säue färbte es sich rosa, in Verbindung mit Lauge blau. Das 3. Reagenzglas diente dem Farbvergleich.

 

Magischer weißer Brei – mal flüssig, mal fest

Zwei Esslöffel Mondamin werden mit Wasser verrührt, bis eine dickflüssige, breiige Masse entsteht. Die entstandene Masse auf die Hand gießen. Sie wird zu einem Ball gerollt. Dann wird Druck ausgeübt. Was geschieht? Die Wasserschicht wird aus dem Brei herausgequetscht. Es bildet sich eine feste Masse, weil die Stärkekörnchen sich verhaken.

Wenn der Druck nachlässt, kommt die Wasserschicht zurück.

Stärkekörnchen lösen sich nicht im Wasser, sie überziehen sich mit Wasser, der Chemiker spricht von einer Emulsion.

 

Der Highlight-Versuch – ein sich scheinbar von selbst aufblasender Luftballon

Die kleinen Forscher lassen Natron und Zitronensäure in eine kleine Flasche rieseln und vermischen beides. Dem Pulver wird Wasser zugefügt.  Schnell wird ein Luftballon über den Flaschenhals gestülpt – und – siehe da – mit großen, leuchtenden Augen sahen die Kinder, wie sich durch die bei der Mischung entstehenden Gase ein über den Flaschenhals gestülpter Luftballon aufblies.

 

Es wurden noch weitere Versuche durchgeführt, z. B. zum Farbverlauf auf Filterpapier, das mit Wasser getränkt wurde oder die Herstellung einer Creme/Emulsion.

 

Alle Kinder stimmten begeistert dafür, ein solches Chemie-Projekt mit weiteren Versuchen nochmals stattfinden zu lassen.

     

Was macht eigentlich ein Chemiker?

Er sammelt zum Beispiel verschiedene Stoffe, er sortiert die Stoffe und probiert dann, ob man die Stoffe verändern kann, z.B. indem man sie erhitzt oder mit anderen Stoffen mischt. Ein Lebensmittelchemiker nimmt vielleicht saure Milch, erhitzt sie und siehe an: es entsteht ein Käse. Der Stoff hat sich verändert und der Chemiker sagt: Hier ist eine chemische Reaktion erfolgt.

Der Veränderung der Stoffe ist also das, wonach ein Chemiker sucht. Und die Chemie ist eben eine Lehre über die Veränderung der Stoffe.

Ob ein Stoff sich verändert, ist nicht immer vorauszusehen - dazu muss gemeinsam experimentiert werden, um heraus zu finden, wie sich Stoffe unter bestimmten Bedingungen verhalten. Dies können die Kinder im Chemielabor erforschen.

In dem Projekt ging es nicht darum, die Welt zu erklären. Vielmehr sollten die Kinder ermutigt werden, den Dingen auf den Grund zu gehen, immer wieder nachzufragen, die Natur zu beobachten und nach Erklärungen der Ereignisse zu suchen.
Ziel des Projekts war also, die Neugierde und den "Forscher-Geist" der Kinder zu wecken.

Das Gelernte soll aber nicht einfach beendet sein, der Forscherdrang der Kinder soll weiter gefördert werden. Dazu werden für die Weiterarbeit im Unterricht Experimentierkästen angeschafft.

Die Gesamtkosten für das Projekt – das aufgebaute Labor mit allen Materialien – und auch die Experimentierkästen wurden vom Förderverein getragen. Dabei wurde der Förderverein von Sponsoren unterstützt.